Die Frau, die Liebte
Janet Lewis
Wieder einmal zog mich das wunderschöne Cover in seinen Bann und machte mich neugierig.
Es hat sich gelohnt.
Ich kann das kleine Buch (126 Seiten) sehr empfehlen.
Es ist eine meisterhaft erzählte Tragödie beruhend auf einem Justizfall aus dem 16. Jahrhundert und spielt in Frankreich.
Die Geschichte handelt von der jungen Bertrande de Rols, die im Jahre 1539 als Elfjährige mit dem gleichaltrigen Martin Guerre verheiratet wird.
Die Ehe wird mit einem Kind gesegnet.
Im Laufe der Zeit wird Martin von seinem Vater mehrmals gedemütigt und er verlässt das Gut.
Acht Jahre später taucht ein Fremder auf, der sich geläutert und als liebevoller Martin ausgibt.
All die Jahre hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt, war weder Witwe noch frei gewesen.
Jetzt – endlich – kann sie sich hingeben.
Sie bekommt ein weiteres Kind, alles scheint sich zu fügen.
Welcher Dämon treibt ihr da plötzlich Zweifel ins Herz?
Ist der Mann, den sie liebt wirklich Martin?
Es kommt zu einer richterlichen Untersuchung und damit zu einer Tragödie.
Was man selbst in dieser Situation getan hätte, die Frage muss und darf jeder Leser für sich selbst beantworten.
Die Geschichte war schnell gelesen, aber ich musste noch lange darüber nachdenken….
Irmgard Temminghoff